(Kursiv:wird durch Ihre Angaben ersetzt)
Personen :
13 männliche und 2 weibliche Rollen
Männliche Hauptrolle
Peter Magnus, männliche Hauptperson; Jules Freund; sonniges Gemüt, lockerer Typ; Nachfahre des Alt-Alchimisten Harald Magnus; ist dazu bestimmt, Dunkelerde vor dem Magier Barusch zu retten, was ihm gemeinsam mit Jule gelingt.
Weibliche Hauptrolle
Jule Nero, weibliche Heldin; Peters feste Freundin; Nachfahre des Alt-Alchemisten Nero; mutig, direkt; hübsch; eine Klasse unter Peter; ist die Auserwählte, mit deren Hilfe Peter seine Aufgabe auf Dunkelerde erfüllen soll.
Vater der männlichen Hauptrolle
Harald Magnus, Peters Vater; heißt wie der große Alt-Alchimist Harald Magnus, von dem sie abstammen; wie Peter ein Auserwählter, doch ihm und seiner Frau blieb die Erfüllung der Aufgabe erspart; macht sich große Sorgen um Peter, kann ihm bei seiner Aufgabe jedoch nicht beistehen; kleine Rolle.
Seeräuberkapitän
Koschna Wolfsauge, Kapitän der Seewolf; Seeräuber; zu Beginn recht barsch; zeigt Peter und Jule gegenüber sein weiches Herz und es entwickelt sich schließlich eine wirkliche Freundschaft zwischen ihnen; tötet am Ende des Romans Barasch, um Dunkelerde zu retten.
Böser Magier
Barasch, böser Magier; hageres Gesicht; grauhaarig; bärtig; dunkle Augen; dunkler Teint; hinterlistig, machtgierig; nutzt Kapitän Koschna und dessen Besatzung aus, um einem Juwel nachzujagen, das ihm unendliche Macht verleihen würde; geht über Leichen, um sein Vorhaben durchführen zu können; versucht, Jule und Peter zu töten, doch diese werden von Koschna gerettet; ermordet Proschta und Schusska, um von Bord der Seewolf zu entkommen; wird am Ende des Romans von Koschna getötet.
Die Mannschaft der Seewolf
Die Mannschaft der Seewolf:
Solamisch, erster Steuermann; übernimmt während der Abwesenheit des Kapitäns das Kommando.
Kulesch Einauge; zweiter Steuermann; kräftig; grauer Bart.
Schanrom Axtmann, weiteres Mannschaftsmitglied.
Proschta Schädelspalter, weiteres Mannschaftsmitglied, stirbt am Ende des Romans.
Schusska Bogenschütze, weiteres Mannschaftsmitglied, stirbt ebenfalls am Ende.
Palosch, weiteres Mannschaftsmitglied.
Verehrer der weiblichen Hauptrolle
Kralle, Freund von Peter und Jule; Jules Verehrer, der sie Peter gern abspenstig machen würde, jedoch keine Chance hat; hat eine auffällige Zahnlücke; kleine Rolle.
Verehrerin der männlichen Hauptrolle
Susi, Freundin von Peter und Jule; ist in Peter verliebt, der ihre Gefühle jedoch nicht erwidert; kleine Rolle.
Ein Freund der beiden Hauptrollen
Ferdie, Freund von Peter und Jule; sehr stark; einmal sitzen geblieben; kleine Rolle.
Ein weiterer Freund der beiden Hauptrollen
Bennie, Freund von Peter und Jule; der Jüngste der Clique; kleine Rolle.
Nicht personalisiert werden:
Konscholl-Veris, Gelehrter auf Dunkelerde; wird zu Beginn des Romans von Barasch ermordet.
Der-Große-Helle, Lotse, der die Seewolf auf Dunkelerde begleitet.
Schtusska-Al-Noschass, Handelsherr auf Dunkelerde, der die Gruppe in der Wüste begleitet.
Norschamm-Al-Noschrun, Handelsherr auf Dunkelerde, der sich mit Barasch verbündet.
Scharnat-Al-Katrasch, Magier, der Barasch unterrichtete; wurde von Barasch ermordet; wird nur erwähnt.
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Leseprobe
Und da geschah es – für beide völlig überraschend: Der Magier bemerkte sie! War
Peter bei seinen Beschwörungen nicht vorsichtig genug gewesen? Hatte er sich von seinen eigenen Gedanken zu sehr ablenken lassen und daher bei der Beschwörung einen Fehler begangen? Er hätte später schwören können, dass er niemals die rituellen Worte zur Öffnung des Tores gesprochen hatte, sondern lediglich die Schaltwörter für das Sichtfenster nach Dunkelerde. Aber wie kam es dann, dass der Magier sie entdeckte und sogar nach ihnen greifen konnte?
Der Mann packte mit Brachialgewalt nach
Peter, sodass dieser die Beschwörung abbrach und schmerzerfüllt aufschrie.
Jule wiederum griff ebenfalls nach
Peter, um ihn zu retten, um ihn wieder den Händen des Magiers zu entreißen. Auch sie schrie, jedoch nicht vor Schmerz, sondern verzweifelt den Namen ihres geliebten Freundes: „
Peter!”
Doch der Magier zerrte mit solcher Kraft an
Peter, dass
Jule keine Chance hatte. So taumelten sie beide hinüber.
Peter zuerst, zu Boden stürzend, sobald der Magier ihn wieder freiließ, und
Jule hinterdrein, bis sie am Ende über ihn fiel, sich unwillkürlich krümmte, um nicht böse mit dem Kopf auf den roh gezimmerten Planken aufzuschlagen. Sie blieb für Sekunden benommen liegen und bekam den Rest nur noch wie aus weiter Ferne mit.
Peter fing sich schneller. Er schaute den Bogenschützen an, sah die Spitze des tödlichen Pfeils, die ihn ihm nächsten Moment durchbohren würde, und wusste gleichzeitig, dass er nicht die geringste Möglichkeit hatte, auszuweichen. Der Pfeil würde auf jeden Fall schneller sein.
„Nein, halt!”, brüllte
Koschna auf einmal befehlsgewohnt und drückte die tödliche Pfeilspitze zur Seite.
Peter wollte aufatmen, weil ihm dieser Barbar damit offensichtlich das Leben rettete, aber da rief der Magier anklagend: „Doch, tötet sie! Sie müssen sterben!”
Koschna schaute zu den beiden Jugendlichen und dann zu dem Magier. „Ach ja?” So etwas wie ein Lächeln umspielte seine Mundwinkel, was bei seinem wilden Bart kaum erkennbar war. „Was weckt in dir so sehr das Interesse, dass sie sterben sollen? Gehören sie denn nicht zu dir? Hast du sie nicht hier vor uns verstecken wollen?”
„Hätte ich sie dann hervorgezerrt?”, war die Gegenfrage des Magiers.
Koschna lächelte stärker. Er stieß seinen Bogenschützen mit dem Ellenbogen an. „Begreifst du das?”
„Nein!”, antwortete dieser wahrheitsgemäß. Es klang ein wenig dümmlich.
„Na, vielleicht erklärt es uns der große Magier?”
Peter wollte sich nicht mit der Frage beschäftigen, wieso er überhaupt hier war, obwohl er ganz sicher war, das Tor nicht geöffnet zu haben. Nein, jetzt noch nicht. Es galt zunächst, einfach nur die nächste Minute zu überleben – und in
Koschna sah er eine winzige Chance.
„Er nennt sich
Barasch.“ Angewidert spuckte
Peter aus. Es war kein echtes Spucken, sondern nur eine Geste, aber sie schien
Koschna sehr zu gefallen.
„Tötet sie!”, forderte der Magier noch einmal hart.
Koschna lachte hässlich. „Warum tust du das nicht selbst? Bist du noch nicht einmal in der Lage, gegen halbe Kinder zu bestehen? Brauchst du dazu Handlanger wie uns? Und vergiss den Befehlston. Der steht dir nicht zu. Noch immer nicht begriffen?”
„Wir haben eine Abmachung!”
„So, haben wir die? Beinhaltet diese auch das Töten unbewaffneter Kinder, weil es dir gerade mal so in den Kram passt? Wieso waren sie hier, gemeinsam mit dir offensichtlich? Und wieso hast du sie aus ihrem Versteck geholt, um sie von uns töten zu lassen? Ist das nicht ein Zeichen dafür, dass du ihnen unterlegen bist?”
„Interessant”, kommentierte
Schusska an seiner Seite. „Sehr interessant sogar. Da hätte ich ja beinahe einen schlimmen Fehler begangen.”
„Beinahe”, bestätigte
Koschna nickend.
„Verdammte Barbaren, warum wollt ihr denn nicht hören?”, keifte der Magier und ballte im Zorn die Hände zu Fäusten. In seinen Augen blitzte es gefährlich.
Peter indessen schüttelte verwirrt den Kopf. War die Rede von mehr als einem? War er denn nicht... allein...? Aber nein! Erst jetzt kam ihm das richtig zu Bewusstsein. „
Jule!”, rief er erschrocken und drehte sich nach ihr um. „Verdammt, bist du denn von Sinnen? Wieso bist du hier?”
„Ich kann nichts dafür, ehrlich”, murmelte sie kläglich und schlug schuldbewusst die Augen nieder.”
„Aber wie soll ich dann jemals...”
Sie zuckte nur mit den Achseln und
Peter schaute wieder zu
Koschna.
Dem war das kurze Intermezzo nicht entgangen, aber er hatte die Worte nicht verstanden, denn
Peter und
Jule hatten Deutsch gesprochen.
Koschna runzelte wieder die Stirn. „Es waren Klänge, die ich nicht verstand, aber die mir irgendwie bekannt vorkamen, als wären es Klänge der Ursprache aller Darscha-Dosch.”
„Dummkopf, das war Deutsch, eure frühere Sprache, bevor ihr angefangen habt, euren valuremischen Dialekt zu entwickeln”, geiferte der Magier. Plötzlich hatte er ein Messer in der Hand.
Peter starrte es mit schreckgeweiteten Augen an. War das nicht der Dolch, mit dem
Barasch den armen alten Mann in Schi-Scho-Lah getötet hatte? Und jetzt wollte er damit...
„Waren es mithin magische Worte?”, sinnierte
Koschna laut. „Haben die beiden etwa magische Kräfte, vor denen sogar du dich fürchtest?”
„Kräfte, wie mir scheint, die uns dagegen nicht gefährlich werden”, vermutete
Schusska an seiner Seite. Es klang eine Spur zu gehässig. „Kein Wunder, dass er die beiden lieber tot sehen will. Mit seiner Magie kann er nichts gegen sie ausrichten, aber er hofft auf die tödliche Wirkung unserer Waffen.”
„Na, immerhin waren sie hier bei ihm, wohl die ganze Zeit über. Sie haben sich vor uns versteckt.”
„Nicht nur vor uns”, vermutete
Schusska. „Sieh, was sie anhaben. Hast du schon jemals solche Kleidung gesehen?”
„Nein, vor allem scheint sie mir recht unpraktisch zu sein. Offensichtlich sind die beiden keine Valuremen. Sie mögen sich vor diesen hier auf dem Schiff genauso versteckt haben wie vor uns.”
„Nur eines macht mich stutzig”, überlegte
Schusska laut. „Wieso hat der Magier sie nicht von denen töten lassen, die vorher die Herren dieses Schiffes waren? Wieso müssen ausgerechnet wir diese Drecksarbeit jetzt für ihn erledigen?”
„Müssen wir das?”
„Nein.”
Schusska grinste breit.
„Also gut”, sagte der Magier, „dann werde ich es selbst erledigen. Seht her!”
Peter sprang schreiend auf und ergriff die Flucht, aber der Dolch des Magiers war schneller.
Peter spürte einen schrecklichen Schmerz, der sich ihm in den Rücken bohrte. Es war ein Brennen, als wäre die Dolchklinge bis kurz vor dem Schmelzpunkt erhitzt. Sie drang in seinen Rücken ein, tief, viel zu tief, bis zum Herzen. War die Klinge denn wirklich so lang? Hatte sie nicht kürzer ausgesehen?
Peters wie wild schlagendes Herz stoppte. Jeder weitere Schlag wurde ihm untersagt von der glühenden Dolchspitze, die es durchbohrt hatte.
Über
Peters Lippen kam nur noch ein ersterbendes Ächzen, während
Jule laut seinen Namen schrie. Dabei lag in diesem einen Wort alle Verzweiflung, die sich ihrer bemächtigt hatte: „
Peter!”
Wie durch einen Nebel hörte
Peter es noch, während er das Schwinden sämtlicher Kräfte spürte. Eine bleierne Müdigkeit floss in seine Glieder und war auf einmal sogar höchst willkommen, versprach sie doch, den grausamen Schmerz zu löschen, wenn auch für immer.
„
Peter!”
Jule warf sich auf den Niedergestürzten, aus dessen Rücken nur noch der Griff des Dolches ragte. „
Peter!”
Brutal riss der Magier sie beiseite, um den Dolch aus
Peters Rücken zu ziehen und sich gegen
Jule zu wenden.
Sie floh entsetzt vor ihm zurück, bis sie mit dem Rücken gegen die groben Planken stieß, aus denen die Wand des Lagerraums bestand.
„Stopp!”, brüllte
Koschna und war mit drei Sätzen heran. Er griff nach dem Magier und riss ihn herum.
Wütend ob der Behinderung sah der Magier ihn an. Seine Augen wurden schwarz.
Koschna spürte, wie eine unglaubliche Macht nach seinen Gedanken griff, um sie zu zerquetschen. Er wusste im gleichen Augenblick, dass mit all seinen Gedanken auch sein Leben erlöschen würde.
Da bekam der Magier unerwartet einen kräftigen Schubs von dem Mädchen, was ihn aus dem Konzept brachte.
Koschna erholte sich prompt wieder von dem magischen Angriff, griff zu und entwand dem Magier mit einer geübten Handbewegung den Dolch. Mit einem Sprung brachte er sich in Sicherheit – vor allem vor den Augen des Magiers.
Aber die Schwärze war aus den Augen des Magiers geschwunden. Fassungslos sahen die beiden Darscha-Dosch zu, wie
Jule ihn mit wilden Schlägen von ihrem Freund wegdrängte. Kurz wurden die Augen des Magiers doch wieder schwarz, aber es war offensichtlich, dass dies nicht den geringsten Eindruck auf das Mädchen machte.
Hätte
Jule mehr Kraft besessen, hätte sie den Magier zu Boden geprügelt, vielleicht sogar bis zu dessen Bewusstlosigkeit. So aber konnte sie ihn nur bis zur Wand zurückdrängen. So lange, bis die Kräfte sie verließen und sie schwer atmend einhalten musste.
Ein Stöhnen klang auf. Es kam ganz offensichtlich von
Peter.
Aller Augen wandten sich ihm zu, nicht nur die von
Jule und den Darscha-Dosch, sondern auch die des Magiers. Er schien über das Stöhnen genauso verblüfft zu sein wie die anderen.
War
Peter nicht soeben gestorben – tödlich getroffen von dem Dolch?
Koschna sah unwillkürlich auf das Mordinstrument in seiner Hand. Kein Tropfen Blut mehr! Die Klinge war blitzblank, als hätte sich das Blut davon zurückgezogen, um in den Körper zurückzukehren, in den es gehörte. Wie war das möglich? Er hatte doch selbst gesehen, wie tief der Dolch in den Rücken des Jungen gedrungen war. Das konnte kein Mensch überleben.
Kein Mensch?
In
Peter kam Bewegung. Stöhnend wälzte er sich auf den Rücken und betastete seine Brust. Er spürte dabei sein heftig pochendes Herz. Sein Herz – pochend? War es denn nicht soeben stehen geblieben – für immer? Die Sinne waren ihm geschwunden, doch nur kurz. Dann hatte ihn der Schmerz wieder geweckt. Doch es war ein Schmerz, der langsam abklang, bis nur noch ein winziger Rest übrig blieb.
Peter lauschte in sich hinein und stellte verblüfft fest, dass auch jener Rest verklang, als hätte es ihn niemals gegeben. Er versuchte sich aufzurichten, was ihm völlig mühelos gelang. Es schwindelte ihn ein wenig, sodass er sich an den Kopf fasste, doch ansonsten fühlte er sich wie nach einem kurzen, aber erholsamen Schlaf. Er sah zu
Jule. „Gottlob hat er mich nicht richtig getroffen mit dem Dolch, dieser Mörder!”
„Nicht richtig getroffen?” Der Magier lachte. Es klang eine Spur zu hysterisch. Seine Augen wurden wieder schwarz, aber er musste einsehen, dass all seine Macht wirkungslos war gegen die beiden Kinder. Nicht nur dafür hasste er sie. „Ihr seid keine Schatten! Ihr seid nicht wie diese da!”, sagte er abfällig – nicht auf Valuremisch, sondern auf Deutsch.
Er sprach ein sehr altmodisches Deutsch, das die beiden Jugendlichen eigentlich nicht verstanden hätten, doch sie bekamen einen Teil der Gedanken mit, die jedes der Worte begleiteten. Dadurch hatten sie nicht die geringsten Probleme, sie zu verstehen. Aber nicht nur einen Teil der Gedanken konnten sie aufnehmen, sondern auch Gefühle! Es war seltsam und erschreckend zugleich für die beiden. Nicht nur, weil es völlig ungewohnt war für sie.
Der Magier sprach indessen weiter: „Ihr habt mich beobachtet. Ihr kommt von Hellerde!”
„Woher willst du das wissen?”, konterte
Jule.
„He, junge Dame, ein wenig mehr Respekt vor dem Alter!” Der Magier lachte gehässig.
„Vor einem Mörder?”
„Wenn du deinen Freund meinst: Der lebt, wie du siehst.”
„Ja, das stimmt allerdings!”
Jule warf
Peter einen forschenden Blick zu. In ihren
grünen Augen war nicht nur Sorge zu lesen, sondern auch Verwunderung.
„Er hat mich nicht richtig getroffen!”, behauptete
Peter lahm.
„Das habe ich sehr wohl!”, wandte der Magier ein. „Aber du bist ein Magier von Hellerde. Deshalb bist du immun gegen meine Magie, und nicht nur gegen diese! Bilde dir aber nur ja nichts darauf ein. Es bedeutet nicht, dass du etwa unsterblich bist. Dieser Schutz, den du deiner Magie verdankst, hat Grenzen – wie jedwede Magie übrigens.”
„Meine Magie?”, echote
Peter verwundert.