Bonny Ann
Schöne Kleider, das Theater und rauschende Feste am englischen Königshof - das ist die Welt der abenteuerlustigen Hofdame der Königin. Doch dann wird sie mit einem Mordfall konfrontiert, der nicht nur ihre Familie, sondern ganz England beunruhigt. Zum Glück weiß ihre mutige Zofe Rat und zeigt ihr den Weg in die Londoner Hafenkneipen, in denen die Urheber der Verschwörung vermutet werden...
Autor: Heather O'Lance
Illustration: shutterstock.com/Marie C Fields
ca. 212 Seiten
Personen :
6 Weibliche und 11 männliche Rollen
Die Hofdame
Lady Viola Darling, eine Hofdame der Königin, unverheiratet, lebhaft und abenteuerlustig, schätzt das Theater und ihre Unabhängigkeit; liebt die Feste am Hof und schöne Kleider, ist neugierig und impulsiv, tanzt gerne, agiert in der Welt jenseits des Hofes jedoch bisweilen etwas naiv. Für ihre Familie geht sie auch Risiken ein und will ihrer Schwester Bianca helfen, endlich ihren Verlobten Benjamin heiraten zu können; doch dieser steckt in Spielerschwierigkeiten, weswegen sich Viola mit Phinneas Augustus Herzog von Sinclair anlegt und bald hinter dessen eigenes Geheimnis kommt.
Die Dienerin
Anne Henslowe, etwas jünger als Viola, fröhliche, unbeschwerte junge Frau, älteste Tochter des Theaterbesitzers George Henslowe, praktisch und unabhängig; hilft Lady Viola nach einem Überfall und wird deren Näherin; liebt ihre große Familie und ist froh, am Hof eine Anstellung zu bekommen, um deren knappe Finanzen aufzubessern. Sie findet in Lady Violas Zofe Kat die erste Feindin am Hof und wird auch von den Pagen ihrer einfachen Herkunft wegen belächelt. Mit ihrer Bodenständigkeit und ihrem Pragmatismus ergänzt sie sich gut mit Viola. Sie wird in die Intrigen hineingezogen, indem sie von Phinneas Augustus zum Diebstahl angestiftet wird, findet dabei jedoch die Beweise für die Verschwörung und wird so zur Schlüsselfigur bei der Aufklärung des Komplotts. Anne wird Violas Vertraute und Freundin.
Der Herzog
Phinneas Augustus Herzog von Sinclair, ist einer der Günstlinge der Königin, beeindruckt durch seine gutaussehende Erscheinung und seinen scharfen Verstand, allerdings auch ein Lebemann mit vielfältigen Interessen, wie dem Glücksspiel, Frauen und vor allem dem Theater. Anonym schreibt er Theaterstücke, die er von Edmund Henslowe, Annes ältestem Bruder, aufführen lässt. Doch er ist auch in zwielichtige Geschäfte mit den Franzosen verwickelt und kann am Ende nur mit Mühe seinen Kopf aus der Schlinge ziehen. Viola und er lernen sich widerwillig zu schätzen.
Die Schwester der Hofdame
Lady Bianca Darling, Violas ältere Schwester, lebt mit Viola am Hof, seht sich aber nach der Ruhe des Landlebens; die Intrigen am Hof der Königin misbilligt sie. Sie liebt ihren Verlobten sehr und macht sich große Sorgen, als dieser aufgrund seiner Schwierigkeiten unzugänglich reagiert. Ansonsten ist sie unbeschwert und liebenswürdig, eine talentierte Laute-Spielerin, und wird von ihrer Schwester Viola beschützt.
Der Verlobte der Schwester
Sir Benjamin Shelley, Violas zukünftiger Schwager; hat Probleme mit dem Glücksspiel und ist deshalb bei Phinneas Augustus verschuldet; soll für diesen eine kriminelle Handlung durchführen, um seine Schulden zu begleichen; eher naiv, liebt seine Braut Bianca von Herzen, überlässt aber der tatkräftigen Viola gerne die Lösung seines Problems.
Der Kapitän
Sean O’Rourke, schottischer raubeiniger Kapitän und wüster Kumpan, verträgt eine Menge und ist auch rasch mit einer Rauferei zugegen; hat früher unter Phinneas Augustus gedient, ist ihm auch jetzt noch treu ergeben und hilft ihm bei seinen Schmuggelfahrten. Sein Schiff, die ‚Bonny Ann‘, ist in des Herzogs Besitz. Er ersticht einen französischen Spion, der mit St. Merd unter einer Decke steckte.
Der Marquis
Jean-Etienne de St. Merd, französischer, galanter Marquis, soll im Dienste des französischen Königs ein Spionagenetz in England aufbauen; darüber hinaus unterhält er Geschäftsbeziehungen zu Phinneas Augustus jenseits der Legalität. Um sich einen Platz am Hof zu sichern, will er den Herzog jedoch verraten. Seine Verschwörung wird mit Annes Hilfe aufgedeckt. Er landet schließlich im Gefängnis.
Der französische Gesandte
Compte Baptiste de Malipense, Gesandter am englischen Hof, in dessen Arme sich Bianca flüchtet, als sie sich von Benjamin im Stich gelassen fühlt, bleibt ein Ein-Abend-Flirt. Er verdächtigt James, seinen Diener umgebracht zu haben. Deshalb misstrauen ihm Viola und Anne. Am Ende stellt sich jedoch heraus, dass er mit der Verschwörung nichts zu tun hat.
Der Kutscher
James, Violas Kutscher, kräftiger Mann und Violas Familie seit langer Zeit treu ergeben. Er ist Viola ein ständiger Beschützer und Begleiter. Anne gegenüber verhält er sich erst misstrauisch, als er jedoch merkt, dass sie ihrer Herrin treu dient, hält er auch über Anne seine schützende Hand. Später wird er von den Männern des Marquis schwer verletzt, als er Anne bewachen soll.
Die Zofe der Hofdame
Kat, Violas Zofe, hübsches aber mürrisches Mädchen mit hervorragendem Modegeschmack. Sie ist eifersüchtig auf Anne und versucht, ständig, sie wieder loszuwerden. Sie freut sich, dass Anne als Diebin verhaftet werden soll.
Der Page
Cecil Montgomery, Page und Diener des Herzogs von Sinclair; stiller junger Mann und der Einzige, der zu Anne nett ist; die beiden verlieben sich ein bisschen ineinander.
Der Vater der Dienerin
George Henslowe, Annes Vater; bodenständig, leitet eine kleine Theatertruppe und steht in geschäftlicher Verbindung mit Phinneas Augustus, dessen Stücke er bisweilen aufführt.
Die Mutter der Dienerin
Maureen Henslowe, Annes Mutter, näht die Kostüme für die Theatergruppe. Die Geldnot der Familie setzt ihr sehr zu, doch Anne steht sie immer mit gutem Rat und Trost zur Seite.
Der ältere Bruder der Dienerin
Edmund Henslowe, Annes älterer Bruder und Vertrauter, stattlicher Mann, weiht sie in alle geschäftlichen Dinge rund um die Theatertruppe ein. Er selbst arbeitet als Schauspieler und wird das Geschäft von seinem Vater übernehmen. Er ist verlobt, kann sich eine Heirat jedoch noch nicht leisten.
Der jüngere Bruder der Dienerin
Michael Henslowe, Annes jüngerer, aber um einen Kopf größerer Bruder, hat auf der ‚Bonny Ann‘, dem Schiff von Sean O’Rourke angeheuert. Er hilft am Ende dem Herzog mit einer kleinen Lüge gegen den französischen Marquis.
Der Straßenjunge
Jack, minderjähriger Straßenjunge, will am Anfang Viola berauben und verletzt sie dabei an der Hand; später hilft er ihr jedoch bei der Suche nach Phinneas Augustus, der sich im Hafenviertel bei Captain Sean O’Rourke in zwielichtigen Spelunken herumtreibt.
Die Mutter des Straßenjungen
Mary, Jacks Mutter, lebt mit ihrem Sohn in einer sehr ärmlichen, aber sauberen Unterkunft.
Nicht personalisiert werden:
Historische Personen:
Königin Elizabeth I. von England, die jungfräuliche Königin.
Sir Robert (Lord Robert Dudley), Elizabeths Freund (möglicherweise Geliebter) und Vertrauter.
Elizabeth Throckmorton, Lieblingshofdame der Königin.
Französischer Dauphin, der Elizabeth heiraten soll.
Andere Personen:
Jean, Diener von Malipense, wird als französischer Spion von Sean ORourke erstochen.
Lysander, der kleine Bruder von Anne, dessen Name eine Anspielung auf Shakespeare ist.
Küchenmagd, Annes Zimmergenossin.
Pagen, Wachen, Dirnen, Straßenjungen, Stallknecht.
Erwähnt werden als historische Personen die Schriftsteller Shakespeare, Edmund Spenser und Christopher Kit Marlowe sowie der englische Diplomat und Seefahrer Sir Walter Raleigh.
"....meine Freundin hat das Buch nur in der Mitte aufgeschlagen, hat einen Namen gelesen und ist aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Sie musste sofort anfangen zu lesen und hat sich mit dem Buch verkrochen...."
Franziska T. aus Steinhöfel
Abriss
Ein spannender Kriminalroman aus der Shakespeare-Zeit um Intrigen am Königshof und eine besondere Freundschaft zwischen zwei ungleichen Frauen.
Schauplatz
London
Epoche
16. Jahrhundert, Regierungszeit von Königin Elizabeth I.
Jahreszeit
Sommer
Leseprobe
Vor dem Theater drängten sich immer noch die Leute, aber es war einfaches Volk. Die adligen Besucher der Vorstellung hatten längst ihre Kutschen bestiegen, die sie aus dem verrufenen Themseviertel fortbrachten. Der Geruch nach brackigem Wasser und Handel verstärkte sich. Viola sah sich um und entdeckte James, den Kutscher, der ihr mit großen Schritten entgegenkam. Sein Gesicht drückte höchste Alarmbereitschaft aus.
„Mylady, wo wart Ihr nur?“
Sie lächelte, ohne sich an der Vertrautheit des Bediensteten zu stören. Sie kannte James seit ihrer Kindheit und verdankte ihm mehr verbotene Ausflüge in die Stallungen, als sie zählen konnte. „Es war nichts, James“, sagte sie. „Kein Grund, sich Sorgen zu machen.“ Er zog ein missbilligendes Gesicht, das sich noch stärker verdüsterte, als sie heiter fortfuhr: „Geh doch bitte ins Theater und hole Bianca und Benjamin. Sie wollten erst kommen, wenn sicher war, dass die Kutsche bereitsteht.“
„Mylady, die Kutsche steht bereit, seit ich Euch hier abgesetzt habe. Ich…“
Ein Kichern entschlüpfte ihr. „Das weiß ich doch, James. Ich rede von Bianca und Benjamin.“ Sie hob vielsagend die Brauen.
James schüttelte den Kopf. „Mylady, wenn Euer Herr Vater erfährt, dass Eure Schwester allein mit ihrem Verlobten…“
„Und von wem soll er es erfahren?“
James wippte auf den Ballen. „Ich werde die junge Herrin holen“, knurrte er.
Sie rief ihm ein übermütiges „Danke!“ hinterher und schlenderte zur Kutsche, deren Wagenschläge das Wappen ihres Vaters zierte. Die Sonne schien warm auf ihr Gesicht und entzündete goldene Lichter in ihren kastanienbraunen Locken. Ihre Haare, ihre grünen Augen und ihre makellose Haut waren der Stoff von so manchem Sonett bei Hof geworden. Sie lächelte vergnügt vor sich hin, als sie daran dachte, wie eng die Welt in Devon doch gewesen war.
Plötzlich hörte sie schnelle Schritte. Automatisch drehte sie den Kopf. Ein Junge, nicht älter als neun oder zehn Jahre, rannte auf sie zu. Lady Viola Darling war es nicht gewohnt, einem Gassenbengel auszuweichen, aber der Bursche hielt mit unverminderter Geschwindigkeit auf sie zu. Ehe sie entschieden hatte, wie sie dieser Frechheit begegnen sollte, hatte er sie angerempelt, und seine schmutzige Hand griff nach der Börse, die von ihrem Gürtel herabhing. Viola schrie in einer Mischung aus Ärger und Schreck auf, während sie versuchte, die Hand des Jungen wegzuschlagen. Der Bursche zog ein Taschenmesser unter seinem schmutzigen Hemd hervor und hackte nach den Schnüren der Börse.
Viola riss die Hand zurück und starrte fassungslos auf die Blutstropfen, die über ihre weiße Haut perlten. Auch der Junge erstarrte. Ängstlich sah er auf die verletzte Hand der schönen Dame, dann umklammerte er den Beutel mit einer kleinen, schmutzigen Faust und gab Fersengeld.
Verspätet stieß Viola einen gellenden Schrei aus, während sie mit einer Hand ihre Röcke raffte, unsicher, ob sie die Verfolgung aufnehmen sollte.
Inzwischen waren auch die Umstehenden aufmerksam geworden. Empörte Rufe wurden laut, ein Mann packte den Jungen an der Schulter, aber der riss sich los und wollte eben zwischen den Menschen hindurchflitzen, als ihn ein ausgestreckter Fuß zu Fall brachte. Mit einem derben Fluch stürzte er auf den Boden.
„Gib sofort die Börse her, du schmutziger kleiner Nichtsnutz!“, rief eine helle Mädchenstimme.
Der Junge begann zu jammern, aber ein paar kräftige Ohrfeigen brachten ihn zum Schweigen. Während er wie betäubt den Kopf schüttelte, riss die resolute Helferin ihm die Börse aus der Hand und versetzte ihm eine weitere kräftige Kopfnuss. „Lass dir das eine Lehre sein!“, keifte sie.
Der Junge rappelte sich auf, sah sich gehetzt um und rannte davon, so schnell er konnte.
Das Mädchen musterte den kostbaren Stoff in ihrer Hand mit einem bewundernden Blick, ehe sie sich respektvoll der jungen Adligen näherte. Sie knickste tief. „Mylady, Eure Börse.“
Viola schüttelte ihre Erstarrung ab und musterte die junge Frau, die vor ihr stand. Sie war einfach gekleidet, aber hübsch mit ihren schwarzen Haaren und den klaren braunen Augen. Ihre Haut war von der Sonne gebräunt und auf den Fingern, die immer noch die Börse hielten, zeichneten sich Schwielen harter körperlicher Arbeit ab.
Viola nahm die Börse langsam und ließ die zerschnittenen Schnüre durch die Finger ihrer unverletzten linken Hand gleiten. „Danke“, brachte sie hervor. „Das war sehr geistesgegenwärtig von dir. Ist der Dieb gefasst worden?“ Sie sah sich um.
Das Mädchen schüttelte den Kopf. „Nein, Mylady.“
„Schade!“ Viola seufzte leicht. „James hätte ihm sicher mit Vergnügen eine Tracht Prügel verabreicht. Nun, wenigstens habe ich das hier zurück.“ Sie blickte auf den Beutel, dann auf die Fremde. „Wie heißt du?“
Das Mädchen knickste erneut. „Anne Henslowe, Mylady.“
Violas Augen wurden groß. „Anne Henslowe? Bist du mit Edmund Henslowe verwandt?“
„Ich bin seine Schwester, Mylady.“
Nennungshäufigkeit
Hier haben wir für Sie alle Möglichkeiten der Personalisierung dieses Buches zusammengefasst. Dazu haben wir auch aufgelistet, wie häufig die entsprechenden Angaben im Buch vorkommen.
Sie brauchen nicht alle diese Möglichkeiten zu nutzen – für jede Angabe können Sie auch einfach den Vorgabewert verwenden.
Die Hofdame
Die Dienerin
Der Herzog
Die Schwester der Hofdame
Der Verlobte der Schwester
Der Kapitän
Der Marquis
Der französische Gesandte
Der Kutscher
Die Zofe der Hofdame
Der Page
Der Vater der Dienerin
Die Mutter der Dienerin
Der ältere Bruder der Dienerin
Der jüngere Bruder der Dienerin
Der Straßenjunge
Die Mutter des Straßenjungen
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